Armut, Ausgrenzung, Aggression – Hartz 4

“Kritiker wenden an dieser Stelle für gewöhnlich ein, der Begriff Armut sei für Länder wie Deutschland irreführend. Anders als in Kolkata oder Lagos lebten Menschen hierzulande nicht in der Gosse oder stürben auf offener Straße… Aber zum einen stimmt das nicht…. Zum anderen ist der Bezugsrahmen für die hiesigen Armen nicht Kolkata oder Lagos – sondern Remscheid, Leipzig oder Bremerhaven.”

So schreibt es Jörg Schindler in seinem Buch Die Rüpelrepublik.

Remscheid gilt also im Westen als eine Stadt der Armen so wie Bremerhaven im Norden und Leipzig im Osten.

Remscheid trägt die rote Laterne.

Das Buch war lange auf der Bestsellerliste beim Spiegel.

Keiner hat´s gemerkt?

Oder wurde lieber geschwiegen?

Wenn wir auf Bremerhaven und Remscheid blicken, dann haben wir übrigens auch bei der Wahlbeteiligung ähnliche Trends.

“Wahlbeteiligung mit 38 Prozent auf dem Tiefpunkt” heißt es über die Wahl in Bremen 2015.

Es geht noch tiefer.

Die Ob-Stichwahl in Remscheid hatte 2014 eine Wahlbeteiligung von 30,2 Prozent.

Wenn man es sehen will, dann kann man solche Zusammenhänge sehen.

Man kann aber auch wegsehen.

Jörg Schindler schreibt in seinem Buch auch über den Hirnforscher Joachim Bauer.

Thema ist die Schmerzgrenze.

“Menschen, denen die soziale Teilhabe verweigert wird, die gedemütigt und an den Rand gedrängt werden, empfänden tatsächlich körperlichen Schmerz, sagt Bauer…. Soziale Akzeptanz war für das Überleben des Einzelnen mindestens ebenso wichtig wie körperliche Unversehrtheit. Das ist der Grund, warum unser Gehirn dann … den Aggressionsapparat aktiviert.”

So zitiert Herr Schindler Herrn Bauer.

Da ist eine der Antworten auf IS bzw. ISIS und viele andere Probleme, die gerade immer stärker werden.

Ungerechtigkeit und Rache wachsen auch bei denen, die diese Gesellschaft tragen, wenn sie der Verarmungsregel von Hartz 4 ausgesetzt waren.

Das ist auch eine Antwort auf das, was sich gerade entwickelt.

Denn genau dieser Zusammenhang wird vom Hartz 4 System mit seiner Verarmungsregel für Ältere und der Schikane per Gesetz bewußt angestachelt.

Nun kann niemand mehr sagen, gerade auch als Politiker, er/sie habe es nicht gewußt.

Schleusen vor den Eingangstüren der Jobcenter werden ebenso wenig helfen wie noch mehr Repression.

Aber ich kann hier nur den Zeitgeist und seine Ursachen aufschreiben.

Und der hört nicht in Remscheid auf, der ist auch in Wuppertal, Solingen und drumherum zu finden.

Dies alles wäre leicht zu reduzieren durch weniger Repressalien und mehr Achtung vor den Grundrechten.

Ein Leben in Würde setzt einen menschenwürdigen Lebenssatz zwischen 500 und 730 Euro pro Person pro Monat im Hartz 4 System voraus. Es setzt auch die Abschaffung der strukturellen Gewalt dieses Systems voraus und es setzt den würdevollen Umgang mit Menschen ab 50 voraus.

Um nur einige wesentliche Elemente zu nennen.

Laden Sie sich doch mal diese Broschüre runter, damit sie noch mehr Infos bekommen (hier klicken – pdf).

Unsere Politiker in den Parlamenten sind gefragt. Wir brauchen nicht noch mehr Sozialarbeiter, wir brauchen ein menschenwürdiges Existenzminimum und Gesetze, die sich an das Grundgesetz halten. Dann regelt sich vieles von allein. Lesen Sie mal die Broschüre von Anfang bis Ende…

Bis dann!

Dieser Artikel wurde zuerst auf wupperseiten.de veröffentlicht und hier ergänzt.

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