Das Kopftuch – Symbol für Kontrolle, Unterwerfung und fehlende Freiheit

Reichen die Wupperseiten bis Düsseldorf?

Wenn ja, dann sollte ich auch hier über das schreiben, was dort geschah, nachdem in Wuppertal etwas geschehen ist.

Als ich über Erlebnisse in Remscheid schrieb und eine Diskussion zwischen einer türkischen und deutschen Frau wiedergab, da war der Anlaß die Sharia-Polizei.

Dann kam Jakob Augstein mit seiner alles nicht so schlimm Ansicht und mir wurde klar, daß er in einer Welt jenseits des erlebten Alltags lebt.

Und dann kam ein Artikel von einer jungen Publizistin und Muslimin aus Neuss, Sounia Siahi, der so ist, wie ich es schon viel früher von einer emanzipierten Frau erwartet hätte: selbstbewußt, klar und ohne Aufgabe der eigenen Identität.

Sie schreibt über muslimische Länder: “Sie müssen den Code verstehen, nach dem gelebt und der von der Gesellschaft gefordert und erkannt wird. Es ist, als würde sich über die arabische Welt, die Sie als europäischer Mann wahrnehmen, ein Schleier legen oder eine Parallel-Welt öffnen, die nur wir muslimischen Frauen wahrnehmen: Es sind Blicke, Gesichtszüge, Bewegungsabläufe und Zuflüsterungen die Ihnen komplett entgehen. Das führt dazu, dass ich mich unwohl fühle und mich oft nur verkrampft durch die Stadt bewege.

Ich liebe meine Heimat, aber ich kann dort nicht leben, weil ich dort nicht frei bin. Diese Welt akzeptiere ich so, wie sie ist, und lasse sie dort, wo ich nichts dagegen ausrichten kann: in Nordafrika, hinter dem Mittelmeer.

Jetzt aber greifen diese Anmaßungen, Bedrängungen und Nötigungen aus Ländern, die ich meinte, hinter mir gelassen zu haben, in mein wunderbares Deutschland.

Herr Augstein, Sie irren, wenn Sie von ein paar Leuten in Wuppertal sprechen: Diese Jungs sind auch in Düsseldorf angekommen. Genauer gesagt: in Düsseldorf-Oberbilk. Ich persönlich wurde von dreien von Ihnen angesprochen mit den Worten: “Schwester, worauf wartest du? Warum trägst du kein Kopftuch?”

Augstein blickt vom Norden in das Land zwischen Wuppertal und Düsseldorf.

Wer hier lebt, ist näher dran und findet klare Worte.

Ich bin froh, daß das Grundgesetz uns verbindet und Religion Privatsache ist.

Zugleich zeigt dies alles auch, daß der Umgang mit dem Islam in arabischen Ländern und der Türkei sehr unterschiedlich ist.

Hinzu kommt nun noch ein bemerkenswerter Artikel von Sineb El Masrar.

Er schreibt: “Die breite Berichterstattung über die Scharia-Polizei war wichtig. Sie macht deutlich, in welchem Elend wir Muslime uns befinden. Wir lassen ignorierend zu, dass diese Gruppen an Zulauf gewinnen. Kein toleranter Muslim kann morgen behaupten, er habe nicht gewusst, was Salafisten hinter verschlossenen Türen aushecken. Denn sie dokumentieren alles. Es ist Zeit, uns klarzumachen, dass die Wortführer der Salafisten zwar zu keinem Terror aufrufen, aber durchaus mit ihrem Schwarz-Weiß- Denken nicht nur den Islam missbrauchen, sondern auch eine Brücke zum menschenverachtenden Terror bilden.”

Das sind klare Worte. Sie zeigen, wie wichtig die Grundrechte und die Meinungsfreiheit sind und wo die Grenzen verlaufen.

So stelle ich mir das gemeinsame Leben in Deutschland vor.

Glückwunsch!

Nachtrag:

Mittlerweile kämpfen Teile der CDU zumindest für ein Burka-Verbot in Deutschland.

Dafür blamiert sich gerade das Bundesverfassungsgericht und zeigt, daß es nicht einmal mehr versteht, wie wichtig für unsere offene Gesellschaft ein Verbot des Kopftuches  an Schulen ist, weil es ein politisches Symbol ist, das unsere Grundwerte verneint.

Und Emel Zeynelabidin bringt es auf den Punkt in fast einzigartiger Weise:

“Das Kopftuch ist eine Schande für den Islam, und das Kopftuchverbot ist eine Schande für die Demokratie.”

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