Der Arbeitsmarkt in Deutschland: EON bietet Rente mit 52 an, Mittelstand will bis 75 arbeiten lassen

Wo leben wir aktuell in Deutschland?

Wir wissen, daß Hartz 4 das größte Verarmungsprogramm von Deutschland ist. Wir wissen, daß es für Menschen über 55 so gut wie keine echten sozialversicherungspflichtigen Jobs gibt. Und wir wissen, daß Gesetze, die dann die Rente mit 67 erzwingen, zur echten Massenverelendung führen.

Nun hat die Bundesagentur für Arbeit ihre offizielle Broschüre zum Arbeitsmarkt publiziert. Sie finden diese als pdf Datei hier.

Was steht da drin?

Fangen wir mit der Bezahlung an. Wie man an dieser Statistik aus der Broschüre sieht sind die Entgelte in der Zeitarbeit/Leiharbeit sehr niedrig. Da es sich um Bruttoentgelte handelt kann man davon nicht leben. Damit ist klar, daß Zeitarbeit öffentlich subventioniert wird. Daran ändert der mutmaßliche Mindestlohn von 8,50 Euro auch nichts.

Bildschirmfoto 2014-02-15 um 09.16.02

Damit kommen wir zu einer anderen interessanten Frage. Wie viele Beschäftige gibt es eigentlich in Deutschland? Wir hören ja immer, dass es noch nie so viele Erwerbstätige gegeben hat wie heute. Damit sind wir schon beim genauen Hinhören. Es wird unterschieden zwischen Erwerbstätigen und Beschäftigten.

Bildschirmfoto 2014-02-15 um 09.10.16

Nach dieser Statistik gab es 2013 insgesamt 29,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse von denen ca. 800.000 in der Zeitarbeitsbranche waren.

Schauen wir doch einfach mal beim Forschungsinstitut der Arbeitsagentur online vorbei und haken nach:

Bildschirmfoto 2014-02-15 um 09.28.41

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung drückt das im Kurzbericht 18/2013 so aus:

„Die größte Gruppe unter den Erwerbstätigen bildet mit etwa 70 Prozent die sozialversicherungspflich­tige Beschäftigung. Ihre Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da es nach der Wiedervereinigung lange Zeit einen beständigen Rückgang gab. Seit dem Tiefstand 2005 (26,24 Mio. Personen) ist dieser Trend aber gestoppt, bis 2012 legte die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen um insgesamt 2,75 Mio. zu. Für 2013 erwarten wir einen Anstieg um 370.000 auf 29,37 Mio. Personen. Vor dem Hintergrund der robusten konjunkturellen Entwicklung rechnen wir im Jahr 2014 mit einem weiteren Zuwachs in ähn­licher Größenordnung. Mit dann 29,73 Mio. Men­schen erreicht die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ihren bislang höchsten Stand. Zudem übertrifft der Anstieg das fünfte Jahr in Folge den der Erwerbstätigkeit insgesamt.

Die ausschließlich geringfügig Beschäftigten stel­len den zweitgrößten Teil der Erwerbstätigen. Nach dem starken Anstieg bis 2006 auf 15,0 Prozent ist ihr Anteil jedoch wieder rückläufig, sodass am ak­ tuellen Rand noch etwa 13,4 Prozent ausschließlich geringfügig beschäftigt sind (Dazu zählen die ausschließlich geringfügig Beschäf­tigten, die kurzfristig Beschäftigten und die Ein­Euro­Jobber). Laut unserer Prognose sinkt die Zahl dieser Personen im Jahr 2013 um wei­tere 60.000 auf 5,59 Mio. Der Rückgang fällt damit allerdings schwächer aus als in den Jahren zuvor. Die Anhebung der Verdienstgrenze für Mini­Jobber zum 1. Januar 2013 von 400 auf 450 Euro ist hierbei be­rücksichtigt, hat jedoch nur geringe Auswirkungen. Die rückläufige Entwicklung dauert 2014 an, sodass dann nur noch mit 5,52 Mio. Personen zu rechnen ist. Ein Grund dafür ist auch die gute Konjunktur, die mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Ar­ beit lenkt und somit den Anteil derer, die ausschließ­ lich geringfügig beschäftigt sind, zurückgehen lässt.

10,8 Prozent der Erwerbstätigen sind selbständig oder mithelfende Familienangehörige. Hier spiegeln sich die Auswirkungen politischer Entscheidungen über Fördermaßnahmen besonders deutlich wider: Im Jahr 2012 wurde der Anstieg der ungeförderten Selbständigkeit überkompensiert von einem deutli­ chen Rückgang vor allem des Gründungszuschusses. Der so entstandene Unterhang ist der Hauptgrund dafür, dass für die Zahl der Selbständigen und mit­ helfenden Familienangehörigen im Jahresdurch­ schnitt 2013 gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme von gut 40.000 auf 4,50 Mio. zu erwarten ist. 2014 setzt sich dann der positive Impuls der ungeförder­ten Komponente durch, sodass wir wieder einen An­stieg um gut 20.000 auf 4,53 Mio. Personen prog­nostizieren.

Die Zahl der Beamten unterliegt seit Mitte der 1990er Jahre einem beständigen Abwärtstrend. Von 1994 bis 2012 ist sie um eine halbe Million auf 2,07 Mio. Personen gesunken. Diese Entwicklung dürfte sich in leicht gedämpfter Form fortsetzen. Die Zahl sinkt 2013 im Jahresdurchschnitt um 20.000 auf 2,05 Mio. Beamte. Im Jahr 2014 wird ein weite­rer leichter Rückgang auf 2,04 Mio. erwartet.“

Soweit die Zusammenfassung der Bundesagentur für Arbeit.

Noch mal nach Adam Riese!

Gut 27 Millionen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ca. 5 Millionen sind geringfügig beschäftigt. Hinzu kommen gut 2 Millionen Beamte. Macht zusammen 34 Millionen Menschen. Hinzu kommen 4,5 Millionen selbständige oder mithelfende Menschen wie es so schön heisst. Damit sind wir bei 38,5 Millionen Menschen.

Zugleich wissen wir, dass es für Menschen über 50 fast keine Jobs mehr gibt.

Aber es kommt eben darauf an wo man war.

So schreibt die Rheinische Post am 15.02.2014, dass EON die Rente mit 52 für ihre Beschäftigten anbietet, nachdem EON schon die Rente mit 54 im Jahr 2012 angeboten hat.

Woanders wird untersucht, ob man nicht statt bis 65 bis 75 arbeiten lassen kann.

Und man zwingt die Menschen, die über 50 sind, immer noch, ihr Gespartes fürs Alter aufzubrauchen oder mutet ihnen zu, z.B. einen VW Golf, der noch mehr wert ist als 7500 Euro, erst verkaufen zu müssen, bevor sie Hartz 4 erhalten.

Man könnte sie ja auch stattdessen in öffentlich geförderter Beschäftigung einstellen und damit die Verarmung auch im Alter vermeiden, die Kosten für die Arbeitslosigkeit einsparen und notwendige Tätigkeiten durchführen.

Wäre doch was?

Aber wenn es so weitergeht wie bisher und nichts getan wird, dann wird es nicht so weitergehen.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.