Die Deutsche Rentenversicherung – Statistik als Propaganda im Presseseminar?

„2013 gestorbene Frauen bekamen im Durchschnitt 21,5 Jahre lang Rente. 1960 waren es 10,6 Jahre. Männer konnten ihre Rente zuletzt 17,0 Jahre genießen.“

Das hat man den Spiegel-Redakteuren auf einem Presseseminar der deutschen Rentenversicherung erzählt.

Seltsamerweise stimmt dies nicht mit den offiziellen Zahlen vor Ort überein. Da sind die Rentenzeiten bei konkreten Menschen doch sehr viel kürzer.

Und neue Faktoren, die statistisch nicht einfach aus der Vergangenheit abgeleitet werden können, kommen gar nicht vor. Das ist schlicht unseriös.

Und nun?

Zusäzlich erweist sich in diesem Fall die Kommentarfunktion dieses verlinkten Artikels als hilfreich, um den Horizont in Richtung Realität  und ungenannte Zusammenhänge zu erweitern:

J.c78 sagt dazu:

„Die Generation die nun das Rentenalter hat, hat zur Finanzierung von üppigen Sozialleistungen einen riesigen Berg von Schulden angehäuft und gleichzeitig die derzeitige demografische Entwicklung verursacht.“

mwr87 schreibt:

„Der Deutsche wird gar nicht so viel älter wie man denkt. Es ist doch eher so, dass durch den medizinischen Fortschritt die Leute ihre verdientes rentenalter doch erst erreichen.“

anne_lotta schreibt:

„Rechnet vielleicht mal jemand nach, wie sich die Arbeitsproduktivität seit den 60er-Jahren erhöht hat? Die Arbeitnehmer erwirtschaften immer mehr und bekommen im Verhältnis immer schlechtere Löhne/Einkommen. Und noch draufgesetzt: Die Sozialversicherung wird auch immer mehr auf die Schultern der Arbeitnehmer verlagert.“

Anur schreibt:

„Mit meinem 30 Jahren kenne ich niemanden in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der seinen Eltern nach 45 Jahren Arbeit nicht die abschlagsfreie Rente gönnt. Vielleicht werden wir es eines Tages bereuen, aber im Gegensatz zu meinen Eltern, die keine Familienurlaube außerhalb eines Radius von 300 km kannten. Die bis ins Jugendalter die Klamotten von Verwandten auftragen mussten und nur wenige Pfennige Taschengeld bekamen, kein eigenes Telefon, Handy oder einen Fernseher hatten, ging und geht es uns doch hervorragend. Wir haben heute schon in jungen Jahren das, was viele Generationen erst im Rentenalter hatten und haben. Rosig mag die Zukunft der Rente nicht sein, aber die Konsummöglichkeiten der Gegenwart sind fast schon utopisch.“

Permesso schreibt:

„Kein ernstzunehmender Statistiker würde eine Prognose bis 2060 wagen. Auch wenn die Intention eine andere ist, erinnert mich das doch gleich an die unheilvolle Kampagne zum „Demografischen Wandel““

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen außer der Tatsache, daß hier mit dem Geld der Versicherten die deutsche Rentenversicherung offenbar Propaganda pur veranstaltet hat.

Ich war übrigens nicht eingeladen.

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