Die Köpfe manipulieren mit Shitstorm und Studien

Wie kommt man in die Köpfe? Wie kriege ich die Menschen dazu für meine Interessen zu denken? Wie kann ich Menschen so manipulieren, dass sie mehr auf mich hören?

Diese Fragen werden jeden Tag in der PR-Branche und in der politischen Psychologie gestellt. Medien machen Meinung und die Meinungsmacher haben oft ganz klare Aufträge.

Aber wie machen sie die Meinung?

Sie nutzen die Macht der Medien. Und wie kommen sie da rein?

Mit einer Pressemitteilung, die seriös erscheint. Und das geht heute am besten über eine Studie. Eine Studie ist heute die verstärkte Version einer Statistik: interessengeleitete Zahlenspielerei.

Man sucht sich die richtige Fragestellung aus, um meistens schon die richtige Antwort zu erhalten. „Forschung“ ist dann meistens Anrufen und Fragen oder das Weiterrechnen einer Entwicklung, die morgen schon anders sein kann.

Damit kann man jedes Ergebnis hervorzaubern. Das sieht seriös aus. Da ist aber oft nicht viel seriöses drin.

Aktuell werden nun Studien öffentlichwirksam mitgeteilt, die die Tarifautonomie beschwören und gegen den Mindestlohn sind.

Dann wird ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Themen konstruiert und so getan als ob der Mindestlohn schlecht wäre.

Parallel dazu kommt plötzlich bei der Arbeitsagentur die Meldung einer Hintergrundinformation, die also nicht offiziell ist sondern von hinten gerufen wird. Danach verschwindet ein Drittel der Aufstocker wegen eines Rechenfehlers aus der Statistik.

So geht das weiter.

Studien sind heute vielfach die „gefälschten“ Statistiken von gestern. Wobei Fälschung sich nicht auf die Methode bezieht sondern auf die Fragestellung und die Auswahl. Man läßt eben das unbeachtet, was eigentlich dazu gehören würde. Das ist für mich dann Fälschung.

Und nun die Shitstorms, die Stürme im Wasserglas. Der ADAC hatte für die wichtigste Autoumfrage gerade mal 3500 Teilnehmer, die dafür stimmten. So ist das auch mit Umfragen, die dann repräsentativ sein sollen. Jeder nimmt für sich in Anspruch mit 1000 oder mehr Befragten für 80 Millionen zu sprechen, um die Interessen durchzusetzen.

Der Shitstorm ist nun eine technische Möglichkeit, kurzfristig Klicks zu Themen zu bekommen. Man weiß mittlerweile, daß damit keinerlei Aktivität der Klickenden verbunden ist. Daher wird der Shitstorm je nach Interesse genutzt. Nur die Medien haben etwas Angst, weil damit nun Meinungsmache auch gegenüber Einzelmedien und Journalisten gemacht werden kann, weil das alles softwaregesteuert abläuft.

So hat unsere Zeit die grossen Aufmärsche digital ersetzt durch die grossen Klickmärsche.

Veränderung geht aber nicht von selbst.

Doch so kommt man in unsere Köpfe.

Wer ist denn bei Ihnen drin?

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