Die neue Emanzipation – Kopftuch und Sharia-Polizei?

Kommt eine neue Zeit für Männer in Deutschland?

Kommt nach der Emanzipation der Frauen durch die vielen jungen muslimischen Frauen nun die neue freiwillige Unterordnung der Frauen unter die Männer?

Wie sagte mir eine junge Frau?

„In Deutschland konnte ich in  der Schule mein Kopftuch tragen. In der Türkei war es verboten. In der Türkei wurde ich diskriminiert, in Deutschland nicht.“ Sie sei Deutsche aber ihr Herz schlage für die Türkei. Ihre Kinder würden als erste Sprache türkisch lernen aber sie würden in Deutschland bleiben.

Daraus entstand eine lebhafte Diskussion, weil sich ältere deutsche Frauen einmischten.

„Wo soll ihr Kind denn ankommen, wenn es in Deutschland leben soll aber als erste Sprache türkisch lernt? Ich will nicht daß Frauen sich in Deutschland mit einem Kopftuch bedecken. Dann gehen Sie doch in die Türkei und lassen Sie uns in Ruhe.“

Das war ein klare Aussage. Eine andere Frau fragte: „Wieso liefen denn die türkischen Frauen vor 30 Jahren hier in Deutschland ohne Kopftuch rum und die jungen Frauen laufen nun bedeckt herum?“

Die Diskussion war sehr erhellend.

Schauen wir in die Türkei.

Atatürk hat das Kopftuch im öffentlichen sozialen Leben bewußt abgeschafft und er wußte warum: er wollte, daß die Religion Privatsache ist und dies im gesellschaftlichen Miteinander keine Rolle spielt.

Heute ist es eher umgekehrt.

Ich fragte mich, wieso ich aus der Politik nichts dazu höre.

Findet die neue Emanzipation jetzt von „deutschen Türkinnen“(?!) statt, die das Kopftuch einführen als Richtschnur?

Wenn Männer und Frauen gleichberechtigt sind und die Religion Privatsache ist, dann symbolisiert das Kopftuch der Frau doch die Unterwerfung unter Gesetze jenseits des Grundgesetzes und führt Frauen in Deutschland zurück in eine Zeit, jenseits unseres Denkens und der mitteleuropäischen Kultur.

Das deutsche Grundgesetz sieht aber vor, daß es Grundrechte gibt – unveräußerlich. Das bedeutet, keine Religion kann den Menschen diese Grundrechte nehmen. Die Religion kommt erst dann, wenn die Grundrechte und die Gesetze aufhören.

Deutsch zu sein bedeutet in Deutschland dies alles anzuerkennen und zu leben.

Dabei ist es egal, welche kulturellen Wurzeln ich habe ob türkisch, arabisch, russisch, asiatischen, afrikanisch…

Interessanterweise sind in meinem Umfeld sehr viele ältere Frauen aus Deutschland, die sich klar gegen das Kopftuch aussprechen.

Doch in den(?) Schulen scheint es ja anders zu sein.

In der Logik der sozialen Diskriminierung ist der Weg vom Kopftuch zur Sharia-Polizei nicht weit, die dann darüber wacht, ob die Frauen im öffentlichen Leben auch das Kopftuch tragen.

Genau diese Sittenwächterei als Ausdruck eines Verhaltenssystems jenseits unseres Rechtssystems überschreitet die Grenzen der Toleranz und Meinungsfreiheit bei weitem.

Gerade weil wir hier frei sind darf diese Freiheit nicht durch zwingendes Wächtertum eingeschränkt werden. Der Aufbau von sozialem Druck ist genau das, was dann unser System zerstört.

Es ist keine theoretische Diskussion, die ich hier führe. Sie ist aktuell.

Die Zeiten haben sich geändert. Wenn dieses Problem nicht gesetzlich geregelt wird, dann gibt es in Deutschland über kurz oder lang eine Parallelgesellschaft in der Öffentlichkeit, die durch sozialen Druck am Gesetz vorbei Dinge regelt und das öffentliche Bild auch im sozialen Miteinander völlig verändert.

Und die persönliche Kontaktaufnahme, das Ansprechen von Menschen und damit der Aufbau von Kommunikation und kulturellen Brücken, wird durch das Kopftuch behindert bis blockiert und fördert Abgrenzung und Ausgrenzung.

Wenn ich Frau wäre, würde ich ein Kopftuchverbot in Deutschland fordern.

Mehr zum Thema gibt es hier und von dort an vielen anderen Orten.

 

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