Wärmedämmung rechnet sich erst nach 50 Jahren

Der Wahrheit eine Gasse könnte man auch sagen. Daher will ich die Informationen zur Wärmedämmung noch mal rausholen.

Schon vor einem Jahr ging es in die falsche Richtung.

Der Rat der Stadt Remscheid hat wahrscheinlich keine Zeit gehabt, um sich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Einstimmig hat man nun zur Wärmedämmung aufgerufen ohne das Thema Wärmedämmung den Erkenntnissen anzupassen.

Richtig ist in dem Beschluß, daß der öffentliche Personennahverkehr verbessert wird. Dazu wäre ein Rhein-Wupper-Ticket zwischen Köln, Düsseldorf und Wuppertal/Hattingen und dem gesamten Raum dazwischen sinnvoll.

Der Feldversuch mit dem Bürgerticket in Wuppertal zeigt ja, dass es gehen würde. Dazu würde aber auch ein besserer Verkehr zwischen Remscheid Ehringhausen und Solingen Unterburg gehören, also mindestenst zwei Mal pro Stunde ein Bus und abends wenigstens bis 21 Uhr normaler Buseinsatz.

Verbesserungen sind also eher einfach herstellbar, wenn die Politiker es wollen.

Daher wollte ich nur noch mal einstimmig darauf hinweisen.

Wer lieber Videos schaut, dem empfehle ich einmal diesen Link oder noch besser diesen Klick zum Magazin Monitor.

Monitor fragte einen Experten. Dort finden wir unter anderem folgende Aussage:

„Prof. Jens Fehrenberg, Hochschule Hildesheim: „Das ist ja ein verbreiteter Irrtum, dass automatisch durch Wärmedämmung auch Energie eingespart wird.“

So effektiv sei die Fassadendämmung gar nicht, rechnet er uns vor, denn nur ein Teil der Energie geht über die Wände verloren.

Prof. Jens Fehrenberg, Hochschule Hildesheim: „Es geht Energie verloren durch die Sohle nach unten, durch das Dach nach oben. Die Heizungsanlage verbraucht Energie. Durch die Tür geht etwas raus, durch die Fenster, auch im geschlossenen Zustand, geht Wärme raus.“

Das alles müsste man eigentlich zuerst dämmen, sagt er. Wäre auch günstiger. Nur ein Bruchteil der Wärme entweicht nämlich durch die Wand. Davon kann durch die Dämmung wiederum nur ein Teil gespart werden. Nicht 50, wie die Lobbyisten versprechen, sondern oft weniger als 20 Prozent. Das ist so wenig, dass sich die Investition erst nach vielen Jahren lohnt.

Prof. Jens Fehrenberg, Hochschule Hildesheim: „Das heißt 50 Jahre lang, 50 Jahre lang müssen Sie einsparen, um Ihr Geld erst mal wieder raus zu kriegen.“

Ob der Stadtrat von Remscheid das wußte. Steht im Internet, ist ganz leicht zu finden.

Nachtrag:

Die Propagandamaschine ist nicht ohne untätig geblieben und hat sich neue Berechnungen ausgedacht.

Kennen Sie das Kopplungsprinzip?

Hört sich toll an. Wenn Sie die Fassade dämmen entstehen Kosten für das Gerüst, die Arbeitnehmer, die Materialien etc.

Jetzt sagt man, daß man neu rechnet. Wenn Sie eine kaputte Fassade haben und neu anstreichen wollen, dann können Sie jetzt dabei auch dämmen lassen.

Dann werden die Kosten für die Arbeitnehmer, das Gerüst etc. nicht mehr zu den Kosten für die Dämmung gerechnet sondern zu den Kosten für das Anstreichen.

Damit wird dann rein rechnerisch, wenn ich nur die Materialkosten betrachte, das Ganze billiger.

Kopplungsprinzip bedeutet, man soll also verschiedene Dinge auf einmal tun, damit es billiger wird.

Super.

Wenn Sie demnächst einkaufen, dann sagen sie ihren Liebsten, heute kaufe ich nach dem Kopplungsprinzip ein, ich kaufe mehr als einen Artikel…

Als ein Energieberater zu einem Nachbarn kam, sagte er ihm, er könne Geld sparen, wenn er sein Haus dämmen ließe. Was kostet das denn? Der Energieberater schätzte, es würde ca. 12000 bis 20000 Euro für sein Haus kosten plus Mwst.

Wieviel spare ich ein? Zwischen zehn und 20 Prozent laut Energieberater.

Gesetzt den Fall man hat das Geld und muß es sich nicht leihen, machte der Nachbar folgende Rechnung auf: Ich zahle im Jahre insgesamt 2400 Euro für Gas, Wasser und Strom. Wenn ich nun pro Jahr real zehn Prozent einspare sind dies nach zehn Jahren 2400 Euro und nach 20 Jahren 4800 Euro. Nach 40 Jahren wären es 9600 Euro. Selbst wenn ich 20 Prozent einsparen würde, wären dies 480 Euro mal zehn Jahre = 4800 Euro.

Selbst nach dem Kopplungsprinzip müßte ich bei einer Dämmung, bei der ja neben dem Material auch das Bohren und Befestigen, die Arbeitszeit, das Material etc. gerechnet werden müssen (bei 43 Euro pro Handwerkerstunde) plus Mwst. immer noch Beträge um die 8 bis 10tausend Euro zahlen. Ich wäre also nach gut 20 Jahren nach dem Kopplungsprinzip – wenn ich wirklich 20 Prozent einspare, was eigentlich kaum geht – immer noch nicht im grünen Bereich und hätte nach 20 Jahren meine Kosten noch nicht raus.

Und für die Umwelt tue ich auch nichts, wenn ich mit billigem Dämmstoff dämme.

 

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