Wegen 100 Euro ist Deutschland gescheitert

Vielleicht wird dies später mal so im Geschichtsbuch stehen.

Denn das Deutschland des sozialen Zusammenhaltes ist durch die neoliberale Ideologie mit der FDP/CDU/SPD/Grüne abgeschafft worden (außer für Beamte).

Die Agenda 2010 war der Anfang vom Ende.

Während Hartz4 eine Vollversorgung für überwiegend junge Familien mit Kindern bereithält, führt die bösartige Verarmungsregel für Ältere dazu, daß fast alles, was eigenständig erarbeitet und erspart wurde, erst aufgebraucht werden muß, bevor man so behandelt wird wie jeder, der hier nie gearbeitet hat und Unterstützung erhält.

Der zu niedrige Hartz 4 Satz von 399 Euro für einzelne Erwachsene wird durch die – in meinen Augen – bösartige und grundgesetzwidrige Konstruktion einer Art Sippenhaft als Bedarfsgemeinschaft noch mal in seiner Perversion gestärkt durch die noch weitere Absenkung des Satzes auf 360 Euro für einen einzelnen Erwachsenen. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2014 übrigens auch festgestellt. Es hat auch gesagt, daß die Reduzierung des Satzes von 399 Euro auf 360 Euro in Bedarfsgemeinschaften verfassungswidrig ist und die Sätze schon lange hätten wesentlich erhöhht werden müssen.

Denn damit kann man nicht leben, auch nicht mit 399 Euro.

Das Existenzminimum wären 500 Euro (2015) pro erwachsener Person. Doch genau diese 100 Euro werden nun seit zehn Jahren nicht gezahlt und führen dazu, daß aus ehrlichen Menschen, die vorher  oft viele Jahre auch noch in die Sozialversicherung eingezahlt haben, verzweifelte Bürger oder Wutbürger werden.

Wer davon noch nicht betroffen ist, der sieht dies meistens anders und verdrängt dies alles.

Meiner Meinung nach gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der Agenda 2010 und dem radikalen Islam.

Denn seit der Einführung von Hartz4 ist die Anzahl der Salafisten in Deutschland ständig gewachsen und die Anzahl der IS-Kämpfer auch.

Beim IS verspricht man – wenn man der Berichterstattung glauben darf – Geld und Gold, Häuser, Monatslohn, frisch gefangene Frauen und die Chance ohne Folgen Andersdenkende zu ermorden.

Offenkundig scheint dies dann eine echte Alternative zu einem Leben hier, vielleicht ohne Ausbildung oder qualifiziert und ohne echte Perspektive, ständiger befristeter und unanständig bezahlter Arbeit und der immer wieder geschilderten ununterbrochenen Erniedrigung durch das Jobcenter zu sein.

Das sind doch dann wachsende Bestandteile der sozialen Wirklichkeit in Deutschland.

Diese neue „Protestbewegung“ (?) ist mörderisch und begründet dies mit dem Islam und dem Kampf gegen Andersgläubige. Da der Islam viele Ausprägungen hat, darf diese Begründung real bezweifelt werden und ist wohl eher interessengeleitet.

Aber weil es in Deutschland so gut wie keine echte Chance gibt, in vielen Fällen der hoffnungslosen Armut zu entrinnen und immer mehr Menschen arm werden, ist es hier offenkundig ziemlich leicht, auf kurzem Weg in die Sonne und zum bezahlten Töten zu fliegen.

Das ist sehr beunruhigend, weil die Ursachen zum Teil hausgemacht sind.

In der EU insgesamt liegt allein die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 50%.

Züchtet dieses System hier nun bewußt seine eigenen Zerstörer?

Ich stelle mir diese Frage und frage weiter warum sollen Millionen ohne Hoffnung nicht für andere Welten mit Hoffnung eintreten?

Wenn es aus ihrer Sicht hier ungerecht ist und sie darunter leiden, dann kann es in ihrer Logik zwar auch in ihrer jeweiligen neuen Welt ungerecht sein, aber dann leiden nicht sie sondern die Anderen, und bei Islamisten dann eben die „Ungläubigen.“

Ich frage mich weiter, wieso dies nicht führende Politiker beschäftigt und ob sie dies nicht auch so sehen?

Und ich habe echt keine Antwort darauf.

Manchmal denke ich, sie sind ferngesteuert.

Aber im Angesicht der von Kanzlerin Merkel ausgelösten Flüchtlingskrise in Deutschland wird dies nun alles noch mal verstärkt.

Denn nun landen Millionen von Menschen, die überwiegend arabisch-muslimisch sozialisiert sind, in Deutschland und erhalten sofort dieselben Sozialleistungen und dieselbe Sicherheit wie Einheimische Deutsche ohne hier etwas geleistet zu haben.

Sie werden nach ihrer Anerkennung sofort materiell mit arbeitslos gewordenen Inländern, die meistens deutsch sind, gleichgestellt.

Jan Fleischhauer hat auf spiegel.de vor kurzem auf das „soziomoralische Grundgesetz“ hingewiesen:

„Dass auf den Beistand durch ein Solidarsystem nur diejenigen vertrauen dürfen, die zu diesem auch beigetragen haben, gehört zu den „soziomoralischen Grundgesetzen“, wie der Soziologe Karl Otto Hondrich den Bestand an Regeln nannte, die keine Gesellschaft ungestraft missachten kann.“

Genau dies wird nun völlig mißachtet.

Wer hier zwanzig Jahre in die Sozialversicherungssysteme eingezahlt hat und dann arbeitslos wird und aufgrund von asozialen Befristungen schnell in Hartz4 fällt, der wird fast zwangsweise irgendwann zu hassen anfangen bei solchen Verhältnissen.

So sind

  • die 100 Euro Frage
  • die materielle Gleichsetzung von Asylanten mit Inländern
  • die Verarmungsregel bei Älteren
  • die fehlende finanzielle Anerkennung von Einzahlungen in die Sozialversicherung durch Aufzahlungen bei Lebensälteren ab 45/50 bei Hartz4/Alg2

neben der Perspektivlosigkeit die entscheidenden Messer-und-Gabel-Fragen in Deutschland.

Den Mächtigen scheint dies egal zu sein.

Wollen sie eher afrikanische Verhältnisse mit hohen Mauern um ihre Villen oder Wohnviertel statt eine Gesellschaft zu sichern, die aus sich selbst heraus diese extremen Entwicklungen eindämmt?

Dann hätte Horst Afheldt recht gehabt.

Wer sozial abgesichert ist, wird eher die Demokratie stabilisieren als der, der am Rande des Existenzminimums dahinvegetieren muß.

Hinzu kommt in Deutschland die absurde Situation, daß das Hinzuverdienen sehr schwer ist und anders als in den USA Menschen über 50 einfach nicht einfach eingestellt werden.

Es werden Überwachungssysteme aufgebaut, die den Eindruck einer neuen Stasi vermitteln. Die Jobcenter sind meiner Meinung nach eine einzige soziale Schnüffelbehörde für die fleissigen und ehrlichen Menschen, um Armut herbeizuführen und Menschen in Armut zu halten.

Und wer als junger Mensch statt einer Ausbildung und einer unbefristeten Übernahme in ein Arbeitsverhältnis nur Hilfstätigkeiten und Befristungen erlebt, der wird doch kein Pfeiler des Systems werden.

Dabei war es so einfach vor ein paar Jahren. Anständig eingestellt, Perspektive für die Familiengründung, Fleiß und soziale Anerkennung und damit fast automatisch staatstragend.

Das ist vorbei und offenkundig auch an 100 Euro gescheitert.

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